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„Wär’ nicht das Auge sonnenhaft - nie könnt’ die
Sonne es erblicken „
(Goethe)
Ist Fehlsichtigkeit unser Glück?
Begeben wir uns einfach mal in die Position eines unabhängigen, weisen
Betrachters, der unser Weltgeschehen aus der Ferne betrachtet. Wenn dieser
nun versuchen wollen würde, das in der Menschheit durch die Technisierung
enstandene Ungleichgewicht in die männlich-patriarchale Richtung möglichst
wieder auszugleichen, dann wäre es ein genialer Schachzug, das Sinnesorgan
zu blockieren, das diese technische Entwicklung trägt und möglich
macht.
Denn ließen sich die Menschen der heutigen Zeit auf ihre Symptome besser
ein, würden sie im Einlassen darauf erst einmal spüren, welchen
Sinn das Symptom mit sich bringt ; und in der weiteren Folge würden
sie erfahren, daß durch diese gemachten Erfahrungen das System Mensch
sich selber regulieren könnte.
Alles
Schmerzhafte versinkt in der Unschärfe
Im Falle der Fehlsichtigkeit des Organs AUGE würde folgendes passieren:
Man erlebt draußen in unserer Welt die Schmerzen, die durch ein männlich-patriarchales,
trennendes (visuelles) Weltbild entstehen.
Das kann z.B. bedeuten, daß wir durch unser Aussehen (beispielsweise
rote Haare oder Körper zu dick, zu dünn, zu lang etc. ...), durch
unsere Leistungen (schlechte Noten in der Schule, geringer Verdienst im Berufsbereich,
keine höhere Schulbildung) oder durch unsere Werte (vegetarisches Leben,
philosophisch alternative Lebensansätze, kulturelle Andersartigkeiten)
aus dieser leistungsbestimmten Norm herausfallen, uns ausgeschlossen fühlen
und dies schmerzlich als Ungeliebtsein erleben.
Irgendwann kann und will man diesen Schmerz des Ungeliebtseins nicht mehr
ertragen. D.h. man will nicht mehr hinschauen, nichts mehr sehen - man wird
fehl-sichtig (bzw. das Bewußtsein des Menschen entschließt sich,
durch das Symptom dem Menschen zu vermitteln, daß in der Seele die
Schmerzgrenze erreicht ist und mehr nicht ertragen werden kann.)
Wir sehen dann z.B. bei der Kurzsichtigkeit nur noch ein kleines Feld um
uns herum klar und deutlich. Alles andere, sprich alles Schmerzhafte der äußeren
Welt, versinkt in der Unschärfe.
Eine heilsame Welt der Sinne Würden alle Menschen jetzt, die diese
Symptome tragen, keine Brille aufsetzen, würden sie also auf eine äußerliche
Symptombeseitigung verzichten und sich richtig mit ihrem Symptom beschäftigen,
würde unsere Welt sofort von heute auf morgen einen anderen Charakter
bekommen: Das Lebenstempo wäre viel langsamer, man würde auf Grund
der Sehunsicherheit viel vorsichtiger und behutsamer miteinander umgehen,
man würde sich mehr anfassen müssen, um sich besser zu erkennen,
plötzlich würde man die anderen (bislang unterdrückten) Sinnesorgane
wieder mehr benötigen, um sich in der Welt zurechtzufinden (Hören,
Riechen, Tasten, Fühlen)... etc.
Viele Arbeitsprozesse könnten nicht mehr so ablaufen wie bisher (Autofahren
wäre sehr eingeschränkt, die ganzen technisch-organisatorischen
Tätigkeiten wären sehr behindert usw.)... Alles wäre langsamer,
menschlich näher, sinnlicher, mehr auf die weibliche, fühlende
Seite des Lebens verlagert... und wenn es 90% einer Population betreffen
würde, wäre der Effekt ganz enorm.
Damit hätte das Symptom der Fehlsichtigkeit die Menschen in selbstregulativer
Form wieder auf den richtigen Weg gebracht. Spinnt man diesen Gedanken weiter,
so könnte man auch schließen, daß das Symptom der Fehlsichtigkeit
sich langsam zurückbildet, weil es sein Ziel, nämlich den Schutz
der betroffenen Person erreicht hat - eben durch die Verwandlung der schmerzverursachenden
Umwelt in ein menschenfreundlicheres und integrativeres Lebensumfeld.
Symptomverdrängung
Brille

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Im Gegensatz zu dieser erfreulichen Vision sieht unsere Wirklichkeit aber
anders aus: Kaum tritt das Symptom der Fehlsichtigkeit ein, wird sofort, ohne
auch nur in geringstem Maße den hintergründigen Auslöser miteinzubeziehen,
das Symptom "symptomatisch" beseitigt und dem betroffenen Menschen wird eine
Brille verpaßt. Die innerseelisch-bewußtseinsmäßige
Absicht, Schutz vor dem äußeren Schmerz zu suchen und den Menschen
andere Wege gehen zu lassen, wird ignoriert. Der betroffene Mensch wird also
gezwungen, wieder in diese schmerzliche, verletzende und (ab-)wertende Welt
hineinzuschauen, in ihr zu leben, sie zu ertragen. Aber der Organismus war
ja schon zuvor am Rande des Erträglichen.
So läßt er abermals die Sehfähigkeit verschlechtern, um den
ursprünglichen Zweck wieder zu erreichen. Der betroffene Mensch stellt
diese Symptomverschlimmerung fest, geht zum Augenarzt und bekommt von ihm eine
stärkere Brille. Dieser Vorgang erscheint aber dem Augenarzt ganz normal,
da die Verschlechterung des Augenlichts kritiklos als Degenerationserscheinung
des Menschen hingenommen wird. Sie wird nicht als Ausfluß einer mißverstandenen
und fehlgelaufenen Kommunikation zwischen dem Körper und dem Bewußtsein
des Menschen verstanden. Nur so kann man sich die stetigen Symptomverschlechterungen
erklären. Dies bezieht sich natürlich auf alle körperlichen
Bereiche und nicht nur auf die Augenebene. Der Zielrichtung des Symptoms wurde
keinerlei Rechnung getragen; die dahinterstehenden unbewußten Handlungsenergien
müssen weiterhin wirksam bleiben...
Fehlsichtigkeit
- ein ausausweichliches Schicksal?
Es stellt sich doch nach den vorangegangenen Betrachtungen die Frage, auf
welchem Wege denn nun die Fehlsichtigkeitssymptome so ohne weiteres von gut
zu schlecht, von schlecht zu schlechter, von ganz schlecht wieder zu gut verschoben
werden können, so, als ob dies im Körper überhaupt kein Problem
ist. Und das steht aber doch wahrlich im Gegensatz zum unausgesprochenen Dogma
der Schulmedizin, dass Organe, die einmal in ihrer Funktion zerstört sind,
sich normalerweise nur noch in Richtung Degeneration entwickeln. Außerdem
stünde dies in einem krassen Gegensatz zu den Aussagen der Augenheilkunde,
dass viele Augenprobleme (zu kurze oder zu lange Augäpfel etc. ...) in
der Familie genetisch vererbt seien und daher sowieso nichts zu machen wäre.
Dass also die Symptome zwangsläufig erscheinen, ohne dass der Betroffene
etwas dafür kann, noch dass er etwas tun könne, um die negative Entwicklung
der Erkrankung aufzuhalten.
Ein Blick in die Geschichte
Dr. William H. Bates
Der erste Pionier, der sich in diesem Zusammenhang besonders hervorgetan hat, war der amerikanische Ophtalmologe Dr. William H. Bates (186o - 1931, New Jersey), der im Rahmen seiner Augenpraxis die Erfahrung machte, dass trotz noch so schön geschliffener Augengläser der fehlsichtige Mensch nicht geheilt werden konnte.
Bates stellte nun folgende Postulate auf:
1) Klares Sehen entsteht durch ein müheloses entspanntes Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist. (Dies steht der orthodoxen Schulmedizinmeinung entgegen, dass Sehen ein mechanischer Prozess sei und dass Fehlsichtigkeit in erster Linie von Vererbung abhänge.)
2) Sehen ist ein Vorgang, der sehr variabel ist und sehr stark von den Stimmungen
und Gemütszuständen abhängt (auch entgegen der vorherrschenden
Schulmeinung).
3) Geistig-seelische Anstrengungen des Menschen nehmen Einfluss auf den Sehvorgang. Diese Anstrengungen werden auf die Augenmuskeln übertragen und verformen so den Augapfel.
4) Abweichungen von der Normalsichtigkeit entstehen durch Muskelverspannungen.
Als besonders bedeutsam sind diese Erkenntnisse zu bewerten, da sie am Ende des letzten Jahrhunderts gemacht wurden. Der damals vorherrschende Zeitgeist ging nämlich in eine gänzlich andere Richtung. Es war jene Zeit, in der völlig neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse in Chemie und Physik gemacht worden waren: Alles war plötzlich wissenschaftlich erforschbar, machbar und erklärbar geworden. Die Thesen, dass nicht bestgeschliffene Gläser, sondern Augenübungen und Bewegungen der Seele den Menschen wieder heilen können, dass der Mensch selbst mit seinen Symptomen verwoben ist und nur durch Übernahme von Selbstverantwortung für sich und seine Symptome das Heilsein wieder eintreten könnte - all dies passte nicht in jene Zeit, in der ein neues Bild vom Wissenschaftler oder Mediziner entstand. Man glaubte, dass der Arzt mit technisch immer noch besseren Möglichkeiten die Gesundheit des Patienten „machbar“ werden ließ. Der Patient wurde dabei nur noch als passiver Erdulder benötigt.
Deswegen verschwanden Bates’ ausgesprochen klare und durchprüfte Übungen und Erkenntnisse nach seinem Tod in den verstaubten Schreibtischschubladen der Geschichte. Erst im Jahre 1991 tauchten sie wieder auf unter dem Buchtitel „Rechtes Sehen ohne Brille“ auf dem nun aufflackernden Markt der "Sehschulenliteratur".
Wilhelm Reich
Die zweite Persönlichkeit, die in diesem Zusammenhang erwähnt werden muss, ist Wilhelm Reich.
Reich wurde als Psychiater und Wissenschaftler von Sigmund Freud ausgebildet. Er wandte sich jedoch bald der sogenannten Körperpsychotherapie zu. In diesem Zusammenhang unterstützte Reich mit seinen Ergebnissen die Impulse von Dr. Bates:
1) Bestimmte emotionale Reaktionen (Schock, Trauer, Zorn, Ohnmacht...) entsprechen bestimmten körperlichen Muskelverspannungen (und umgekehrt).
2) Muskelverspannungen bleiben aber bestehen, auch wenn der auslösende Faktor schon längst verschwunden ist (Schutzmechanismus vor Schmerz).
3) Diese chronischen Verspannungen werden zu sogenannten „Panzern“ und behindern die Energie und den Lebensfluss, was zu Funktionseinschränkungen führt.
4) Auf die Augen bezogen heißt dies: Geschehen Dinge, die der Mensch nicht sehen kann oder will, dann wird durch Muskelpanzer (= Schutz vor Schmerz) die Sehfähigkeit behindert (=verminderte Lebensqualität).
Wilhelm Reich war an seinem Lebensende in der Analyse und Interpretation der Muskelpanzer soweit fortgeschritten, dass wirklich jede Muskelpartie von ihrem Verspannungsgrad her ihm Auskunft über die Art und den etwaigen Zeitpunkt der traumatischen Störung des Patienten gab. Diese Erkenntnisse werden heutzutage in der Methode des kinesiologischen Muskeltests in ähnlicher Form benutzt.
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Physiologie des Auges
Physiologie

Bild
unter GNU Free Documentation License
Der Augapfel besteht aus einer weichen, gallertartigen Masse, die sehr verformbar ist und nur durch die drei Augenhäute in ihrer Form gehalten wird. An diesen Augenhäuten sind sechs große Muskelbänder befestigt, die durch ihre An- oder Entspannung deutliche Verlängerungen bzw. Verkürzungen am Augapfel bewirken können. Hier finden wir also den entscheidenden anatomisch-physiologischen Mechanismus, der in Verbindung mit den Kenntnissen über die Muskelpanzer ein Verständnis darüber gibt, wie gerade auch die Fehlsichtigkeitsstörungen am Auge entstehen, aber auch wieder behoben werden können. Ja, und gerade letzterer Punkt wird ja in der regulären Schulmedizin häufig angezweifelt. Neben den sogenannten „Spontanremissionen“ (=Spontanheilungen), über deren Auftreten und deren Ursachen ein ziemliches Unverständnis herrscht, gilt in der Schulmedizin doch folgende Devise: Ist ein Organ, ein Prozess bzw. ein Gewebe einmal degeneriert und angegriffen, kann im Normalfall der Körper den gesunden Zustand nicht wieder herstellen.
Diese tiefverwurzelte und suggerierte Auffassung führt natürlich in der breiten Masse dazu, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers zum einen völlig unterschätzt und gar nicht erst nutzbar gemacht werden, zum anderen wird der Kranke in keinster Weise damit konfrontiert, dass die Symptomentstehung vielleicht gar nicht zufällig ist, sondern einem bestimmten Sinn folgt. Und sollte der Sinn oder die Botschaft, die zur Entstehung des Symptoms geführt hat, ihr Ziel erreicht haben, dann kann die treibende Energie, die das Symptom entstehen ließ, sich aufgelöst haben und damit das Symptom verschwunden sein. Dieser Ansatz findet aber bisher in der landläufigen Schulmedizin keinen Platz.
Der Kurzsichtige
Die Welt um den Kurzsichtigen herum ist sehr klein - denn die Welt um ihn herum ist die Welt, die er klar sehen kann, vielleicht nur 50 cm, vielleicht auch 2 m. In dieser Welt fühlt er sich sicher, geschützt, und ist selbst Mittelpunkt seines Lebensraumes. Aber alles, was draußen in der Unschärfe liegt, ist die Welt, mit der er nichts mehr zu tun haben will. Der kurzsichtige Mensch hat den Weg des RÜCKZUGS gewählt, den Rückzug nach innen, den Rückzug der Gefühle, das Sich-Verstecken, das Nicht-Mehr-Sehen-Wollen. Es ist ein Rückzug aus Angst, Angst vor dem Verletztwerden, Angst vor dem Schmerz, dem Schmerz des Nichtgeliebtwerdens.
Dieser Rückzug nun kann durch ganz unterschiedliche Situationen ausgelöst werden. Zum einen können es einzelne traumatische Erlebnisse sein (Unfall, Schock, Verletzung, Vergewaltigung etc...). Zum anderen können es kontinuierliche, konkrete, schmerzauslösende Lebensumstände sein (belastende Familiensituationen, Eltern im Streit etc.) Oder atmosphärische Schwingungen, die auf sehr subtile Art äußerst angstauslösend sein können. (Leistungsdruck in der Schule, Konkurrenzkampf, Versagensangst, Prüfungsängste, Kopflastigkeit, mangelnde Gefühlsausdrucksfähigkeit...) Auffällig sind bei der Kurzsichtigkeit auch vier Altersgipfel, während derer die Erkrankungshäufigkeit besonders hoch ist:
1) Der erste Gipfel findet sich im Lebensalter von 6-8 Jahren
(hauptsächliche Themen: Leistungsstress, Versagensängste in der Schule, Trennungsängste hinsichtlich der Eltern.)
2) Der zweite Altersgipfel: 11-13 Jahre
(hauptsächliche Themen: Pubertätsängste, Leistungsstress im Beziehungsbereich, Minderwertigkeitsgefühle bezüglich dem Aussehen, Hauptinfiltrationszeit durch äußerliche Werte, denen man vielleicht nicht entspricht und deshalb im Freundeskreis nicht anerkannt wird, Ablehnung von und Angst vor Erotik und Sexualität.)
3) Dritter Altersgipfel: 18-20 Jahre
(hauptsächliche Themen: Zukunftsängste, Konkurrenzkampf im Leistungsbereich, Angst vor Verantwortung für sich und die Familie...)
4) Vierter Altersgipfel: 35-40 Jahre
(hauptsächliche Themen: Zukunftsängste, das allgemeine OUT-Sein beim Älter-Werden, Midlife-Crisis).
Der Weitsichtige
Die Muskelverkrampfungen des Weitsichtigen werden aus einer anderen, ja fast konträren, emotionalen Situation heraus verursacht. So wie der Kurzsichtige angstvoll und schützend nach innen flüchtet, flüchtet der Weitsichtige nach vorne, also in die Zukunft, d.h. weg vom Hier und Jetzt. Meistens findet sich im Hintergrund Wut, Ohnmacht oder Ärger über die Nichtbewältigbarkeit des Alltags. Symptomatisch drückt sich die normale Weitsichtigkeit so aus, dass der Betroffene die ihn umgebende nahe Wirklichkeit nur verschwommen sehen kann, andererseits weit vorne gelegene Dinge sehr scharf und klar erkennen kann. Der Weitsichtige befindet sich oft in einer Lebenssituation, in der er sich selbst oder seine Lebensumgebung seinen eigenen Ansprüchen und Vorstellungen nicht entspricht, und er ohnmächtig der Diskrepanz seines eigentlichen Wollens und der tatsächlichen Realität gegenüber steht. Dieser Konflikt führt zu einer scheinbaren Lösung, einem scheinbaren Ausweg, indem er seinen Beschäftigungsschwerpunkt aus seiner direkten Umgebung wegverlagert und entweder in weit entfernte Zukunftsprojekte oder aber in ethisch-moralisch höherwertige Projekte (also auch weit entfernt vom Alltag) investiert. Vor allem legitimieren solche höherwertigen Ideen und Projekte auch häufig das Versagen auf der Alltagsebene.
Beispiel: Menschen, die ihre Alltagsorganisation (Schreibtisch aufräumen, Rechnungen pünktlich zahlen etc...) nicht bewältigen können, verlagern aus Wut über diesen täglichen ärgerlichen Kleinkrieg ihre Beschäftigung auf anderes, z.B. auf die aktive Mitgliedschaft in der Internationalen Walfisch-Rettungsgesellschaft, in die der Betroffene dann so eingespannt ist, dass das Versagen im Alltag ‘erklärlich‘ wird. Das Engagement ist ja auch weit höherwertiger dimensioniert, womit auch viel nach außen hin entschuldbar wird. Die Wut, die nicht direkt gelebt wird und meist sogar im Unbewussten bleibt, führt zu einer Verspannung der Augenmuskulatur. So entsteht eine Verkürzung des Augapfels, was wiederum das Symptom Weitsichtigkeit produziert.
Alters(weit)sichtigkeit
Beim altersweitsichtigen Menschen („Ich brauch’ neuerdings für die Zeitung doch schon mal eine Brille“) erleben wir wieder ein kulturelles Phänomen. Die Altersweitsichtigkeit wird als normales degeneratives Phänomen des modernen Menschen hingenommen. Es ist jedoch durchaus kein natürliches Phänomen, dass die Sehkraft quasi zwangsläufig durch das zunehmende Lebensalter abgebaut wird. Was steckt da dahinter? Und warum gibt es dieses Phänomen trotzdem? Was baut der Mensch oder den Menschen ab?
Bei der Altersweitsichtigkeit finden wir eine herabgesetzte, (lebens-)müde Anpassungsfähigkeit der Linse, bzw. der Muskeln an die Entfernung. Die Bewegungen, bzw. Anpassungen verlaufen nicht mehr schnell genug, und es kommt zu Funktionseinschränkungen und damit zu einer verminderten Beteiligung am äußeren Leben. Das Auge ist müde, der Mensch ist müde, schaut weniger genau hin, sieht die Jetzt-Realität weniger scharf und flüchtet jetzt nicht, wie der Weitsichtige, nach vorne, in die Zukunft hinein, da die Zukunft ihm wohl nichts Erstrebenswertes mehr liefert. Die Vision von der Zukunft ist bei den meisten älteren Menschen doch Alt-Werden, Einsamkeit, Verlust von Partnern, Kindern, Freunden, Verlust des Lebenssinnes durch Verlust des Eingebundenseins in den Arbeitsprozess. Wer wäre da nicht lebensmüde, zurückgezogen und resigniert?
Die Blickrichtung solch eines Menschen geht vom Jetzt weg nach rückwärts, hinein in die Vergangenheit, dort, wo noch alles schön, wohlbehütet und voller Zukunft war. Das Rückwärtsschauen ist sozusagen die „Weitsicht des alterssichtigen Menschen“ und erklärt damit seine Müdigkeit, sich aufs Hier und Jetzt einlassen zu können.
Aber auch hier lässt sich das Problem tatsächlich sozio-kulturell aufrollen: Hätten wir eine andere soziale Lebensform, in der der älteren Generation ein gänzlich anderer Platz zugewiesen wird, ein respektvoller, ehrenvoller, erfüllter Platz inmitten der eigenen Kinder, Enkelkinder oder Urenkel, wäre dann der Blick nach “rückwärts“, hinein in vergangene Sehnsüchte noch nötig? Würde in dieser Eingebundenheit nicht auch der Angst vor dem Tod, vor dem Sterben viel Erschreckendes genommen werden? Dann könnte der Mensch seine Freude am momentanen Leben wieder unverhohlen spüren und ausdrücken! Es gibt leider sehr wenig sozio-ethno-kulturelle Untersuchungen zu diesen Themen. Aber die Brille, soviel ist wohl bekannt, war in den alten Stammeskulturen auch kein besonders ehrenvoller Schmuck fürs Altwerden.
Oder?
Astigmatismus (Stabsichtigkeit, Hornhautverkrümmung)
Wichtig ist zunächst immer, sich einem Symptom von ‘innen’ her zu nähern, um es verstehen und interpretieren zu können. In unserem Fall bedeutet dies, sich auf das Symptom der Stabsichtigkeit einzulassen und erspüren zu lernen, welche Lebensveränderungen, welche Impulse, welche Lebenseinschnitte der Betroffene durch sein Symptom erfährt. Stabsichtige Menschen haben, bedingt durch die Linsenkrümmung, die Eigenart, einzelne Punkte nicht als einzelne Punkte, sondern etwas verzerrt, als Striche oder Stäbchen zu sehen.
Was sagt uns dieses Symptom? Es symbolisiert einen Menschen, der im Leben nicht in der Lage ist, einen einzelnen Punkt wahrzunehmen; er kann sich nicht eindeutig auf einen Punkt festlegen, sondern braucht immer hundert Hintertürchen oder Fluchtwege (statt 1 Punkt 100 Punkte sehen = 1 Strich!)
Sollten wir hier etwa einen Menschen vor uns haben, der Probleme mit dem „Sich-Einlassen“ und mit dem Treffen von Entscheidungen hat? „Niemals im Leben wieder nur eine Entscheidungsmöglichkeit haben - niemals wieder im Leben keinen Ausweg finden“. Das könnten Merksätze sein, die tief im Unbewussten eines Menschen eingegraben sind, bei dem wir das Symptom Astigmatismus vorfinden. Aber wie entsteht solch eine existentielle Not, die sich in so einer Entscheidungsunfähigkeit ausdrückt ?
Aus der Schulmedizin wissen wir zur Entstehung des Astigmatismus sehr wenig. Bekannt ist aber, dass bei einer Vielzahl der Fälle eine schwierige, oft harte und verlängerte Geburt im Hintergrund zu finden ist. Sobald also die Geburt durch die Wehentätigkeit eingeleitet wird, verspürt das Ungeborene in sensibler innerer Identifikation mit der Mutter, dass der Geburtsweg sehr schwierig und vor allem auch sehr schmerzhaft sein wird. Es gibt aber keine Alternative bzw. keinen Ausweg. Entweder im Bauch bleiben - und damit sicherlich sterben - oder hinaus mit den Wehen, und dafür starke Schmerzen erleiden müssen.
Wenn also ein Mensch in seiner frühesten und wohl auch empfindlichsten Menschseinsphase solch ein entscheidendes existentielles Erlebnis hatte, ist nicht verwunderlich, dass die seelische Empfindlichkeit für dieses Dilemma Entscheidung auf alle Zeiten eingebrannt ist. Die Hirnhäute hängen an der Innenseite der Schädelknochen, die bei einer schweren Geburt stark und lange Zeit übereinandergeschoben werden. Dies bedingt einen übermäßigen Zug auf die Hirnhäute und auf die damit verbundenen Organe wie z.B. die Hornhaut. Interessant ist auch, dass durch diese anatomische Verbindung des Auges (Hornhaut) mit den Hirnhäuten, das Auge bei einem schweren Geburtsvorgang geschädigt werden kann und damit die direkte Verbindung der seelischen Prägung mit dem körperlichen Befund gefunden ist, der das Symptom auf einer verlagerten Ebene zum Ausdruck bringt.
Im Folgenden wollen wir nun versuchen, den Weg zu einem besseren Sehen zu gehen, d.h. wir wollen versuchen, die verschiedenen Stationen aufzuzeigen, die durchschritten werden müssen, um wieder zum alten gesunden Zustand zurückzukehren.
Um eine dauerhafte Rückkehr zum gesunden Sehen zu bewirken, ist zunächst eine Veränderung im Bewusstsein, d.h. auch in den Werten und Einstellungen gegenüber der Krankheit, zu erwirken. Dies bedeutet, wie in den oberen Kapiteln beschrieben, das Symptom wirklich als sinnhaft und aus mir heraus als Information für mich und meine Gesundheit zu verstehen. Damit einher geht das Erkennen von Erkrankungshintergründen, um daraus eventuelle Handlungskonsequenzen für das jetzige Leben zu ziehen.
Damit verbunden ist natürlich eine generelle Einstellungsänderung Krankheiten und Symptomen gegenüber, d.h. zu erkennen, dass sich die Symptomentwicklung sowohl in die negative, aber genauso auch in die positive Richtung vollziehen kann. Der Mensch ist also - im Gegensatz zur landläufigen Schulmeinung - nicht zwangsläufig zur kontinuierlichen Degeneration („ist ein Organ mal kaputt, so bleibt dies so, oder es wird noch schlechter“) verdammt, sondern erkennt das Symptom als Wegweiser seiner inneren Natur. Dann werden falsche - oder besser gesagt - lebensferne Haltungen, Handlungen oder Gefühle durch vitalere, lebensförderndere und damit gesündere ersetzt. Dies wiederum führt im Idealfall den Menschen in die Symptomfreiheit bzw. in ein vitaleres Leben zurück.
Im Falle der Augenerkrankung ist der Stand der Forschung momentan so weit gediehen, dass vor allem mit Wilhelm Reich die Erkenntnis gewachsen ist, dass der sich entwickelnde Muskelpanzer als Schutzmechanismus gegenüber schmerzhafter Erfahrungen der Außenwelt dient, aber eben sich nicht ohne weiteres von selbst zurückbildet; selbst dann nicht, wenn die traumatisierenden Umstände verschwunden oder behoben sind, da die Verkrampfung im muskulären Bereich zu einer Art „Einrostung“ der Muskeln geführt hat. (Dieses Phänomen kennen wir auch aus der Chirurgie, wo nach Beinbrüchen die Muskulatur gleichfalls wieder auftrainiert werden muss).
Durch gezielte (AUGEN-)Übungen können aber die Muskeln ohne weiteres wieder in den alten funktionsfähigen Zustand gebracht werden und nach Beseitigung der symptomerzeugenden Energien ihre alte Arbeit wieder aufnehmen. Augenübungen gibt es mittlerweile sehr viele. Sie werden in spannenden und schönen Büchern angeboten. Es gibt auch Übungstonkassetten für die, die deutlich besser über den akustischen Kanal lernen. Oder Videokassetten, die das Medium Fernsehen nutzen, um dem Übenden möglichst angenehme und komfortable Lernumstände zu ermöglichen.